Gastspielreisen Rodenberg

klez.eKLEZ.E

Man erkennt früh, dass die Dinge diesmal etwas anders laufen.

Man erkennt früh, dass die Dinge diesmal etwas anders laufen.

Nun fanden Klez.e schon immer in einem Spektrum statt, das mit dem Gros deutscher Rock- und Popkapellen wenig zu tun hatte. Wer da unbedingt Vergleichsparameter finden möchte, wird diese wenn nur im Ausland finden, wird an Thom Yorke und seinen Radiohead vermutlich nicht vorbeikommen. Weniger in der Musik an sich, als in der Bereitschaft, Konventionen aufzubrechen, es jenseits üblicher Strukturen zu versuchen.
Auch das vor drei Jahren erschienene “Flimmern” war eine vielschichtige Platte mit Widerhaken, die man aber noch ohne größere Probleme unter dem Alles-Begriff “Indie” einordnen konnte. “Vom Feuer der Gaben” geht in vielerlei Hinsicht mehr als ein Stück weiter: die Grenze zwischen E- und U-Musik wird aufgebrochen. So spielen auch die Melodienvielfalt von Elektro, Jazz und moderne Klassik eine wichtige Rolle. Aber, und manche werden das als Entwarnung begreifen, einiges ist auch geblieben.
Etwa der hohe Wiedererkennungswert von Sänger und Kopf der Band Tobias Siebert, dessen Bildsprache nach wie vor zwischen durchaus konkreter Aussage und nur schwer dechiffrier- barer Vielschichtigkeit wechselt, dabei aber immer eigenartig lautmalerisch bleibt.
Und dann ist da eben noch die Sache mit den Bildern. Klez.e gaben zwölf Künstlern je ein Lied in die Hand. Und so entstand eine Sammlung zwölf verschiedener Werke, die auf ganz verschiedene Art und Weise mit den Musikstücken interagieren. Die Bandbreite der Bilder entspricht dabei der der Musik: René Arbeithuber, den meisten durch seine Arbeit mit der Popformation Slut bekannt, nimmt eine sehr direkte Übersetzung von “Wir ziehen die Zeit” vor. Jan Kruse von der traditionell geschmackssicheren Designschmiede Human Empire illustriert “Madonna” einfach, aber drastisch. Und Andy Potts nimmt die Klangexplosion, die die zweite Hälfte des Titeltracks so sehr prägt, als zentrales Element in sein verstörend-schönes Bild auf.

Klez.e haben sich eineinhalb Jahre Zeit gelassen. Zunächst arbeitete die Band ergebnisoffen, machte ausgedehnte Rotwein-Pausen. Den Herbst 2007 und den darauf folgenden Winter verbrachte sie komplett im Studio – sogar am Silvestertag wurde aufgenommen. Und bis “Vom Feuer der Gaben” dann tatsächlich fertig klang, fertig war, dauerte es noch einmal ein halbes Jahr. Jetzt, mit ein bisschen Abstand, kann man es schon sagen: Ganz offenbar hat sich jeder Tag davon gelohnt.


Im Raum mit Toten_Klez.E from FM Pampuch on Vimeo.

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