Maximilian Hecker

Maximilian Hecker
Im Jahr 2008 erreicht Maximilian Hecker einen Punkt, an dem er absolut keine Freude mehr an seinem Beruf empfinden kann.
Und dann passiert ihm Nana.
Nana, eine japanische Prostituierte, die Hecker in einem Moment des »Rock Bottom«, also dem Punkt, an dem er sich ganz unten fühlt, in Tokyo über den Weg läuft. Diese für ihn kathartische und gleichzeitig traumatische Begegnung – beschrieben im gleichnamigen Song des Albums – läutet für Hecker den von ihm so bezeichneten »Verwesungsmodus« ein. Um zu »überleben«,
zerstört er alle einengenden Strukturen seines Umfeldes – er befreit sich von narzisstischen Anforderungen, hört auf, sich zu rasieren, kultiviert die Jogginghose als Allltagskleidung, nimmt Abstand vom anderen Geschlecht, ja sogar von der Vorstellung, irgendwann einmal echte Liebe zu finden. Und er fängt wieder an, Strassenmusik zu machen – eher: öffentlich zu meditieren, oft bis zu sechs Stunden am Stück, immer nur singend, wenn ihm niemand direkt zuhört – denn nur so bleibt sein Kanal zur Seele geöffnet.
Und Maximilian Hecker beginnt schließlich, seine Songs kurz nach deren Entstehung mit einfachsten Mitteln (häufig mit nur einem Raummikrophon) in seiner eigenen Wohnung aufzunehmen; mit all dem Straßenlärm und dem Schmutz. Das Festhalten des inspirierten Moments; Heckers Seele, sein reines Gefühl auf Band verewigt.
Und so erleben wir mit »I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son« einen von den Toten auferstandenen Maximilian Hecker, erstarkt, strahlend – wie seine zuvor noch im Winterschlaf liegende Seele.
MAXIMILIAN HECKER
»I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son«
(Blue Soldier Records / Rough Trade Distribution)
VÖ: 26.03.2010

